Systeme

Welches System ist das Richtige?

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Es gibt so viele verschiedene Bass- und Spielsysteme für die steirische Harmonika, dass Kunden oft mit der Frage an uns herantreten, welches denn nun für sie am besten geeignet sei. Eine eindeutige Antwort fällt uns oft nicht leicht, gerade wenn es sich um Neueinsteiger handelt, denn jedes System hat seine Vor- und Nachteile und sicherlich seine Berechtigung. Deshalb stellen wir hier kurz die beiden gängigsten Systeme gegenüber.

 

Vorteile des Michlbauer-Systems:

  • Lernmethodik: Das Lernangebot ist vielfältig, das System wird von vielen Musiklehrern unterrichtet. Es gibt aber auch spezielle Michlbauer-Lehrer, einen Fernlehrkurs, DVDs und Griffschriftschulen, mit denen autodidaktisches Lernen problemlos möglich ist.
  • Griffschriftnoten: Das Angebot an Musikstücken in Griffschrift nach Michlbauer ist riesig, wodurch auch Autodidakten ihre Lieblingsstücke erlernen können.
  • Fünf-Finger-System: Durch diese Spielweise können weit auseinander liegende Griffe leichter gespielt werden. Zusätzlich wird der schwächere kleine Finger entlastet.
  • Verbreitung: Das System ist vor allem in Österreich, teilweise auch in Bayern sehr gebräuchlich, wobei die Bassanordnung nur mit vorhandenem X-und H-Bass sinnvoll ist.

 

Vorteile des Schaborak-Systems:

  • Logik: Von vielen Musikanten wird dieses System als das „logischere“ erachtet, da die Übergangsbässe so angeordnet sind, dass schnelle Bassläufe leichter möglich sind und wenige Bässe doppelt vorkommen.
  • Melodieführung: Gerade für Musiker, die viel nach dem Gehör spielen, bietet das Schaborak-System den Vorteil, dass eine flüssigere Melodieführung möglich ist. Gründe dafür sind, dass auf Zug für jede Reihe die Subdominante zur Verfügung steht, und dass die Mollbässe auf Druck angeordnet sind.
  • Lernmethodik: Auch das Schaborak-System ist in Griffschriftschulen autodidaktisch oder mit einem Lehrer erlernbar.
  • Vier-Finger-System: Durch diese Spielweise sind eine stabile Handhaltung und präzises, schnelles Greifen durch Auflegen des Daumens möglich.
  • Verbreitung: Das System ist vor allem in Oberbayern und bei Vertretern der "echten Volksmusik" sehr gebräuchlich, aber auch Größen der modernen Volksmusik wie Herbert Pixner spielen mit angelegtem Daumen als Stütze.

 

Wie Sie sehen, kann eine eindeutige Festlegung auf ein System als das „bessere“ nicht gegeben werden. Grundsätzlich ist bei beiden Systemen musikalisch gleich viel möglich. Wenn Sie bereits einen Lehrer haben, ist es sinnvoll, das System zu wählen, nach dem er am häufigsten unterrichtet. Wenn Sie sich das Harmonikaspielen autodidaktisch beibringen wollen und wissen, dass Sie „nur“ nach Griffschrift spielen wollen, bietet das Michlbauer-System das größere Angebot. Das Schaborak-System ist für Sie von Vorteil, wenn Sie sich später anspruchsvolle Stücke selbst erarbeiten wollen und sowohl in der Spielweise nach Griffschrift als auch nach dem Gehör zu Hause sein wollen.

Wenn Sie sich unsicher sind, kommen Sie einfach auf uns zu, wir helfen Ihnen gerne weiter!