Helikonbässe

Worin liegen die Unterschiede zwischen Helikon- und Doppelhelikonbässen???

Helikonbässe machen den typischen Sound einer steirischen Harmonika aus. Sie sind in der Regel eine Oktave tiefer gestimmt als die Bässe, wie man sie beispielsweise vom Akkordeon kennt. Beim Akkordeon kann man Helikonbässe nicht verbauen, da es aufgrund der hohen Anzahl der Bässe platztechnisch nicht möglich ist.

 

Beim Doppelhelikonbass schwingt noch eine zweite Stimmzunge mit, die eine Oktave höher gestimmt ist, ähnlich wie in einem großen Blasorchester, wo Tuben meist auch in Oktaven spielen. Das gibt wesentlich mehr Volumen, als wenn nur eine einzige Tuba oder zwei Tuben in der gleichen Tonlage spielen. Der gleiche Vorteil ergibt sich auch bei der steirischen Harmonika: Wie zwei in unterschiedlichen Oktaven gespielte Tuben im Blasorchester hat der Doppelhelikonbass mehr Druck und mehr Volumen.

Einfachhelikonstimmen haben den Vorteil, dass sie weniger Luft verbrauchen. Für den einzigartigen Klang der Doppelhelikonstimme opfert der Ziachspieler jedoch gerne etwas Luft.

 

Tiefe Einfachhelikonbässe (ab dem großen A abwärts) verstimmen sich bei viel Druck leicht einen Viertelton oder mehr nach unten. Gerade bei kurz gespielten Tönen entsteht dieser Effekt. Ein weiterer Vorteil der Doppelhelikonstimmen ist, dass sie sich bei tiefen Tönen und viel Luftdrucknicht so leicht “verbiegen“ wie die Einfachhelikonbässe. 

 

Die meisten Harmonikahersteller gehen aus Platz- und Kostengründen einen Kompromiss ein: Die Basskammern werden liegend im Gehäuse verbaut. Die vier Grundbässe der vier Tonartreihen werden mit Doppelhelikonbässen bestückt, die „Übergangsbässe“ auf der inneren Bassreihe mit Einfachhelikonbässen. Somit haben die Grundbässe, die am häufigsten genutzt werden, den gewünschten „fetten“ Sound. Die Übergangsbässe, die man meistens für Bassläufe verwendet,  sind „nur“ mit Einfachhelikonbässen ausgestattet und klingen etwas „dünner“. Jedoch merkt man den Unterschied nur, wenn man bewusst darauf hört.

 

Die bei unserer De Luxe Pro verwirklichte Luxuslösung ist ein Bassstimmstock, mit dem man in einem „normalen“ Gehäuse bis zu 10 Doppelhelikonbässe verbauen kann. Der Bassstimmstock kann als L-Stimmstock oder als Block ausgeführt werden. Der L-Stimmstock kommt eigentlich vom Akkordeonbau, wird aber auch bei manchen Harmonikaherstellern eingebaut. Da der Block in sich massiver ist, wird er in erster Linie bei den hochpreisigen Herstellern verwendet. Er bringt den Vorteil, dass er durch seine Eigenresonanz die Töne der Stimmzungen verstärkt und so die Bässe noch „fetter“ und druckvoller klingen. Durch die Aufteilung der Luft auf beide Kanäle verschwindet auch der „Verbiegeeffekt“. Der tiefe Basston bleibt auch bei großem Druck fast unverändert.